Rendite pro Risikoeinheit
Was ist die Sharpe Ratio?
Die Sharpe Ratio ist eine der meistgenutzten Kennzahlen im Portfoliomanagement. Sie setzt die erzielte Rendite eines Portfolios in Relation zum eingegangenen Risiko – gemessen als Volatilität. Eine höhere Sharpe Ratio bedeutet: Mehr Rendite pro Einheit Risiko. Das ermöglicht es, Portfolios und Fonds miteinander zu vergleichen, ohne auf die absolute Rendite zu schauen. Sie wurde vom Ökonomen William Sharpe entwickelt, der dafür 1990 den Wirtschaftsnobelpreis erhielt.
Wie wird die Sharpe Ratio berechnet?
Die Formel ist konzeptionell einfach: Man subtrahiert vom erzielten Portfolio-Return zunächst den risikofreien Zinssatz (typischerweise der Geldmarktzins oder die Rendite kurzlaufender Staatsanleihen) – das ergibt die sogenannte Überschussrendite. Diese wird dann durch die Volatilität des Portfolios dividiert.
Beispiel: Portfolio A erzielt 8 Prozent Rendite bei 15 Prozent Volatilität. Portfolio B erzielt 6 Prozent Rendite bei 5 Prozent Volatilität. Bei einem risikofreien Zins von 2 Prozent ergibt sich: Sharpe Ratio A = (8-2)/15 = 0,40; Sharpe Ratio B = (6-2)/5 = 0,80. Portfolio B ist trotz niedrigerer absoluter Rendite effizienter – es erzielt mehr Überschussrendite pro Risikoeinheit.
Wie interpretiert man die Sharpe Ratio?
- Unter 0,5: Schwach – das Portfolio erzielt kaum Überschussrendite für das eingegangene Risiko
- 0,5 bis 1,0: Akzeptabel – ein marktübliches Verhältnis von Rendite und Risiko
- 1,0 bis 2,0: Gut – überdurchschnittliche Risikoadjustierung
- Über 2,0: Sehr gut – aber mit Vorsicht zu betrachten, da solche Werte häufig nicht nachhaltig sind
Was sind die Grenzen der Sharpe Ratio?
Die Sharpe Ratio hat Schwächen. Sie setzt eine Normalverteilung der Renditen voraus – die in der Realität oft nicht gilt. Extreme Verluste (Tail-Risiken) werden unterschätzt. Außerdem reagiert sie sensitiv auf den gewählten risikofreien Zinssatz und den Betrachtungszeitraum. Sie sollte deshalb stets im Kontext anderer Kennzahlen betrachtet werden – etwa dem Drawdown oder der Sortino Ratio (die nur negative Schwankungen im Nenner berücksichtigt).
Im HPM-Reporting verwenden wir die Sharpe Ratio als eine von mehreren Kennzahlen zur Bewertung der Portfolioqualität. Sie hilft uns – und unseren Mandanten – zu beurteilen, ob das eingegangene Risiko angemessen vergütet wird. Unser Ziel ist nicht maximale Rendite um jeden Preis, sondern eine attraktive risikoadjustierte Rendite, die zum Risikoprofil des Mandanten passt.
