Risikoprofil
7. Juni 2026Risikotragfähigkeit
7. Juni 2026Was ist eine Risikoklasse?
Risikoklassen sind standardisierte Kategorien, die Wertpapiere, Anlageprodukte und Anlagestrategien nach ihrem Risikopotenzial einordnen. Sie dienen als gemeinsame Sprache zwischen Anleger und Berater oder Verwalter: Wenn das Risikoprofil eines Kunden der Risikoklasse 3 entspricht, soll auch die gewählte Anlagestrategie dieser Klasse entsprechen. Die Verwendung von Risikoklassen ist durch MiFID II verpflichtend vorgeschrieben.
Welche Risikoklassen gibt es?
Die genaue Einteilung variiert je nach Anbieter und Land, aber die typische deutsche Praxis unterscheidet fünf Risikoklassen:
- Risikoklasse 1 – Konservativ: Kapitalerhalt steht im Vordergrund. Sehr geringe Schwankungen, niedrige Renditechancen. Typische Anlagen: Geldmarkt, kurzlaufende Staatsanleihen höchster Bonität.
- Risikoklasse 2 – Defensiv: Stabilitätsorientiert mit begrenzten Renditechancen. Überwiegend Anleihen, geringe Aktienquote.
- Risikoklasse 3 – Ausgewogen: Ausgewogene Mischung aus Rendite und Sicherheit. Aktien und Anleihen zu etwa gleichen Teilen, moderate Volatilität.
- Risikoklasse 4 – Wachstumsorientiert: Rendite steht im Vordergrund, höhere Schwankungen werden akzeptiert. Überwiegende Aktienquote.
- Risikoklasse 5 – Spekulativ: Maximale Renditechancen bei maximalem Risiko. Hohe Aktienquote, auch alternative Investments und Derivate möglich.
Was bestimmt die Risikoklasse eines Produktes?
Für Investmentfonds und ETFs ist das Risikoklassensystem durch europäische Regulierung standardisiert: Das KIID (Key Investor Information Document) bzw. das neuere KID (Key Information Document) weist eine Risikoklasse auf einer Skala von 1 bis 7 aus – basierend auf der historischen Volatilität des Produktes. Eine Risikoklasse 7 bedeutet maximale Schwankungsbreite, 1 steht für minimales Risiko.
Wichtig: Die Risikoklasse eines Produktes allein sagt nicht, ob es für einen Anleger geeignet ist. Erst die Übereinstimmung von Produktrisikoklasse und individuellem Risikoprofil des Anlegers ergibt die Geeignetheit.
Bei HPM nutzen wir Risikoklassen als Orientierungsrahmen, nicht als starres Korsett. Das eigentliche Instrument ist der offene Dialog mit dem Mandanten – die Risikoklasse ist das Ergebnis, nicht der Ausgangspunkt. Wir wollen verstehen, nicht kategorisieren.
