Asset Allocation
7. Juni 2026Korrelation
7. Juni 2026Was ist Rebalancing?
Rebalancing bezeichnet die regelmäßige oder anlassbezogene Wiederherstellung der ursprünglich vereinbarten Portfoliostruktur (Asset Allocation). Durch die unterschiedliche Wertentwicklung einzelner Positionen verschiebt sich die Gewichtung des Portfolios mit der Zeit: Was einmal 50 Prozent Aktien und 30 Prozent Anleihen war, kann nach einem starken Aktienanstieg zu 65 Prozent Aktien und 20 Prozent Anleihen geworden sein – ohne dass der Verwalter etwas getan hätte. Beim Rebalancing werden übergewichtete Positionen abgebaut und untergewichtete aufgestockt, um die Zielstruktur wiederherzustellen.
Warum ist Rebalancing wichtig?
Rebalancing erfüllt zwei wesentliche Funktionen:
- Risikokontrolle: Ein Portfolio, das sich ohne Rebalancing entwickelt, nimmt mit der Zeit unbemerkt mehr Risiko auf. Wenn Aktien stark gestiegen sind, überwiegen sie das Portfolio – und das Risikoniveau liegt über dem ursprünglich vereinbarten. Ohne Rebalancing nähert sich jedes Portfolio langfristig einem reinen Aktienportfolio an.
- Antizyklisches Handeln: Rebalancing zwingt dazu, das zu verkaufen, was gestiegen ist, und das zu kaufen, was zurückgeblieben ist. Das ist kontraintuitiv – aber genau das Richtige. Es ist eine disziplinierte Umsetzung des Grundsatzes: kaufe günstig, verkaufe teuer.
Wann und wie oft sollte rebalanciert werden?
Es gibt zwei grundsätzliche Ansätze:
- Kalendarisches Rebalancing: In festen Intervallen – monatlich, quartalsweise oder jährlich – wird die Portfoliostruktur überprüft und ggf. angepasst. Vorteil: Planbarkeit und Disziplin.
- Schwellenwert-Rebalancing: Rebalancing nur dann, wenn eine Position die vereinbarte Bandbreite überschreitet (z.B. ±5 Prozentpunkte vom Zielwert). Vorteil: Weniger unnötige Transaktionskosten bei ruhigen Märkten.
In der Praxis kombinieren professionelle Vermögensverwalter oft beide Ansätze: eine reguläre Überprüfung in festen Abständen, ergänzt um sofortige Maßnahmen bei starken Marktbewegungen.
Rebalancing ist bei HPM ein fester, regelbasierter Bestandteil des Portfoliomanagements. Wir überprüfen die Portfoliostruktur unserer Mandanten regelmäßig und greifen ein, wenn Gewichtungen signifikant von den vereinbarten Zielwerten abweichen. Das klingt technisch – ist aber im Kern die konsequente Umsetzung des einfachsten aller Anlageprinzipien: Kaufe günstig, verkaufe teuer.
