Rebalancing
7. Juni 2026Sharpe Ratio
7. Juni 2026Was ist Korrelation?
Die Korrelation misst den statistischen Zusammenhang zwischen der Wertentwicklung zweier Anlagen. Sie gibt an, wie stark zwei Wertpapiere oder Anlageklassen dazu neigen, sich gleichzeitig in die gleiche oder entgegengesetzte Richtung zu bewegen. Der Korrelationskoeffizient liegt immer zwischen -1 und +1 und ist damit eine dimensionslose Zahl, die direkte Vergleiche ermöglicht.
Was bedeuten die Korrelationswerte?
- +1 (vollständige positive Korrelation): Beide Anlagen bewegen sich immer gleichzeitig in die gleiche Richtung und um das gleiche Ausmaß. Keine Diversifikation möglich.
- 0 (keine Korrelation): Die Bewegungen beider Anlagen sind vollständig unabhängig voneinander. Maximaler Diversifikationseffekt.
- -1 (vollständige negative Korrelation): Wenn die eine Anlage steigt, fällt die andere um das gleiche Ausmaß – und umgekehrt. Ideale Absicherung, aber in der Praxis kaum erreichbar.
In der Realität liegen die meisten Korrelationen zwischen 0 und +0,8. Vollständig negative oder vollständig positive Korrelationen sind in der Praxis selten. Selbst scheinbar unkorrelierte Anlagen tendieren in Finanzkrisen dazu, positiver zu korrelieren – gerade dann, wenn man Diversifikation am dringendsten bräuchte.
Warum ist Korrelation für die Portfoliostrukturierung wichtig?
Korrelation ist das Herzstück der modernen Portfoliotheorie. Harry Markowitz zeigte 1952, dass man durch die Kombination von Anlagen mit niedrigen oder negativen Korrelationen das Gesamtrisiko eines Portfolios unter die Summe der Einzelrisiken senken kann – ohne auf Rendite zu verzichten. Dieser Effekt ist der mathematische Kern von Diversifikation.
In der Praxis suchen Portfoliomanager nach Anlageklassen, die sich in unterschiedlichen wirtschaftlichen Phasen unterschiedlich verhalten: Staatsanleihen als Puffer in Aktienkrisen, Gold als Inflationsschutz, Rohstoffe als Diversifikation gegenüber Aktien-Anleihen-Portfolios.
Bei HPM analysieren wir die Korrelationsstruktur unserer Portfolios regelmäßig – nicht als akademische Übung, sondern als praktisches Instrument der Risikosteuerung. Gerade in Phasen steigender Korrelationen (wie in Finanzkrisen) überprüfen wir, ob die Diversifikation noch die gewünschte Schutzwirkung entfaltet, und passen die Strukturen ggf. an.
