Risikotragfähigkeit
7. Juni 2026Drawdown
7. Juni 2026Was ist Volatilität?
Volatilität ist das wichtigste statistische Maß für das Risiko einer Kapitalanlage. Sie misst die Schwankungsbreite des Wertes eines Wertpapiers oder eines Portfolios über einen definierten Zeitraum – nach oben wie nach unten. Mathematisch wird Volatilität als Standardabweichung der Renditen berechnet: Sie gibt an, wie stark die tatsächlichen Renditen im Durchschnitt von der mittleren Rendite abweichen.
Eine hohe Volatilität bedeutet: Der Wert schwankt stark – sowohl Gewinne als auch Verluste können erheblich sein. Eine niedrige Volatilität bedeutet: Ruhigere Kursentwicklung mit geringeren Ausschlägen. Volatilität ist symmetrisch – sie unterscheidet nicht zwischen positiven und negativen Schwankungen.
Wie wird Volatilität gemessen und interpretiert?
Volatilität wird in der Regel als annualisierte Standardabweichung der täglichen Renditen ausgedrückt – in Prozent. Einige Orientierungspunkte:
- Unter 5 %: Sehr niedrige Volatilität – typisch für Geldmarktfonds oder kurzlaufende Staatsanleihen
- 5–10 %: Niedrige bis moderate Volatilität – typisch für gut diversifizierte Mischportfolios
- 10–20 %: Moderate bis hohe Volatilität – typisch für breit diversifizierte Aktienportfolios
- Über 20 %: Hohe Volatilität – typisch für einzelne Aktien, Schwellenländer oder Spezialthemen
Der globale Aktienmarkt (MSCI World) hatte in den letzten Jahrzehnten eine durchschnittliche Volatilität von etwa 15 Prozent. In Krisenzeiten (2008, 2020) stieg sie kurzzeitig auf über 40 Prozent.
Volatilität als Risikomaß – Stärken und Grenzen
Volatilität hat als Risikomaß einige wichtige Grenzen. Sie misst Schwankungen, nicht Verluste: Ein Portfolio kann stark schwanken und trotzdem langfristig sehr attraktive Renditen erzielen. Für einen langfristig orientierten Anleger ist temporäre Volatilität oft weniger relevant als für einen kurzfristig agierenden Trader. Volatilität sagt zudem nichts über die Richtung der Schwankungen aus und erfasst keine extremen Tail-Risiken besonders gut. Deshalb wird Volatilität in der professionellen Portfolioanalyse stets durch weitere Risikomaße wie den Drawdown oder die Sharpe Ratio ergänzt.
Im HPM-Reporting weisen wir die Volatilität des Portfolios regelmäßig aus – zusammen mit dem maximalen Drawdown und der Sharpe Ratio. Wir glauben, dass Mandanten ein vollständiges Bild des eingegangenen Risikos verdienen: nicht nur die Rendite auf dem Papier, sondern auch, wie sich der Weg dorthin angefühlt hat und welche Schwankungen dabei aufgetreten sind.
