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7. Juni 2026Risikoklasse
7. Juni 2026Was ist ein Risikoprofil?
Das Risikoprofil beschreibt die individuelle Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit eines Anlegers – die Grundlage jeder fundierten Anlageentscheidung. Es beantwortet zwei grundlegend verschiedene Fragen: Wie viel Risiko will der Anleger eingehen? Und wie viel Risiko kann er eingehen, ohne seine finanzielle Situation zu gefährden? Beide Fragen sind wichtig, aber sie können sehr unterschiedliche Antworten haben.
Ein junger Unternehmer mit hohem Einkommen und langem Zeithorizont kann theoretisch viel Risiko tragen – aber wenn er nachts nicht schlafen kann, sobald sein Depot um 10 Prozent fällt, passt eine aggressive Strategie nicht zu ihm. Umgekehrt kann jemand subjektiv bereit sein, viel zu riskieren, aber objektiv nicht die finanziellen Reserven haben, einen größeren Verlust zu verkraften. Das Risikoprofil verbindet beide Dimensionen.
Wie wird das Risikoprofil erhoben?
Die Erhebung des Risikoprofils ist nach MiFID II gesetzliche Pflicht vor jedem Verwaltungsmandat. Sie erfolgt über eine strukturierte Geeignetheitsprüfung, die folgende Bereiche abfragt:
- Kenntnisse und Erfahrung: Welche Wertpapierarten kennt der Anleger? Wie lange ist er schon investiert?
- Finanzielle Verhältnisse: Wie hoch sind Einkommen, Vermögen und Verbindlichkeiten? Welche Verluste wären objektiv verkraftbar?
- Anlageziele: Welcher Zweck soll die Anlage erfüllen? Wann wird das Kapital benötigt?
- Risikobereitschaft: Wie reagiert der Anleger emotional auf Wertschwankungen?
Das Ergebnis fließt in eine der typischerweise drei bis fünf Risikoklassen – von konservativ bis wachstumsorientiert – die den Rahmen für die Anlagestrategie definiert.
Warum muss das Risikoprofil regelmäßig überprüft werden?
Das Risikoprofil ist keine statische Größe. Es verändert sich mit der Lebenssituation: Der Eintritt in den Ruhestand, eine Erbschaft, eine Scheidung, der Kauf einer Immobilie oder ein Jobverlust können die finanzielle Situation und die Risikobereitschaft erheblich verändern. MiFID II verpflichtet Vermögensverwalter daher, die Eignung der Anlagestrategie regelmäßig zu überprüfen und bei wesentlichen Veränderungen anzupassen.
Bei HPM ist das Gespräch zur Ermittlung des Risikoprofils kein Fragebogen, der in zehn Minuten ausgefüllt wird. Wir nehmen uns Zeit für ein echtes, tiefes Gespräch – über Lebenspläne, Erfahrungen, Befürchtungen und Prioritäten. Nur wenn wir den Menschen hinter dem Kapital wirklich verstehen, können wir eine Strategie entwickeln, die dauerhaft zu ihm passt.
