Diversifikation
7. Juni 2026Rebalancing
7. Juni 2026Was ist Asset Allocation?
Asset Allocation bezeichnet die strategische Aufteilung eines Anlageportfolios auf verschiedene Anlageklassen – typischerweise Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Immobilien und Liquidität. Sie ist die wichtigste Entscheidung im gesamten Portfoliomanagement: Studien zeigen, dass die Asset Allocation langfristig mehr als 90 Prozent der Rendite- und Risikoeigenschaften eines Portfolios erklärt – weit mehr als die Auswahl einzelner Wertpapiere oder der Timing von Käufen und Verkäufen.
Der Begriff leitet sich vom englischen „allocation“ (Zuteilung) und „assets“ (Vermögenswerte) ab. Im deutschen Sprachraum wird oft auch der Begriff „Vermögensstruktur“ oder „strategische Aufteilung“ verwendet.
Strategische vs. taktische Asset Allocation
Man unterscheidet zwei Formen der Asset Allocation:
- Strategische Asset Allocation (SAA): Die langfristige Zielstruktur, die aus dem Risikoprofil und den Anlagezielen des Mandanten abgeleitet wird. Sie ist relativ stabil und wird nur bei wesentlichen Veränderungen der persönlichen Situation oder langfristigen Marktperspektiven angepasst. Beispiel: 50 % Aktien, 30 % Anleihen, 10 % Rohstoffe, 10 % Liquidität.
- Taktische Asset Allocation (TAA): Kurzfristige Abweichungen von der strategischen Zielstruktur, um aktuelle Marktchancen oder -risiken zu nutzen. Beispiel: Temporäre Übergewichtung von Aktien, wenn Bewertungen attraktiv erscheinen – innerhalb definierter Bandbreiten.
Wie wird die richtige Asset Allocation bestimmt?
Die optimale Asset Allocation ist individuell und hängt von mehreren Faktoren ab: Risikoprofil, Anlagehorizont, Liquiditätsbedarf, steuerliche Situation und persönliche Präferenzen. Es gibt keine universell richtige Aufteilung – eine Strategie, die für einen 35-jährigen Unternehmer optimal ist, kann für eine 70-jährige Rentnerin völlig ungeeignet sein.
Als Faustregel – ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit – gilt in der Praxis oft: Der Aktienanteil entspricht in etwa 100 minus dem Lebensalter des Anlegers. Jüngere Anleger mit langem Zeithorizont können höhere Aktienquoten tragen; ältere Anleger mit geringerem Zeithorizont sollten defensiver aufgestellt sein.
Die Asset Allocation ist bei HPM der Ausgangspunkt jedes Mandats. Bevor wir über einzelne Wertpapiere oder ETFs sprechen, klären wir mit jedem Mandanten, welche Grundstruktur zu seiner Situation passt. Diese Struktur – festgehalten in den Anlagerichtlinien – ist der Rahmen für alle nachfolgenden Entscheidungen. Sie entscheidet langfristig über Erfolg oder Misserfolg mehr als jede Einzelanlage.
