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7. Juni 2026Asset Allocation
7. Juni 2026Was ist Diversifikation?
Diversifikation bezeichnet die Verteilung von Anlagekapital auf verschiedene Wertpapiere, Anlageklassen, Branchen, Regionen und Währungen – mit dem Ziel, das Gesamtrisiko des Portfolios zu reduzieren, ohne proportional auf Rendite zu verzichten. Der Begriff geht auf den Ökonomen Harry Markowitz zurück, der 1952 mit seiner Portfoliotheorie nachwies, dass eine kluge Streuung das Risiko eines Portfolios unter die Summe der Einzelrisiken senken kann. Er beschrieb Diversifikation als die einzige kostenlose Mahlzeit in der Finanzwelt.
Das Grundprinzip: Nicht alle Anlagen reagieren gleichzeitig und in die gleiche Richtung auf Marktveränderungen. Wenn Aktien fallen, können Anleihen stabil bleiben oder sogar steigen. Wenn der europäische Markt schwächelt, kann der asiatische Markt outperformen. Diese unterschiedlichen Reaktionen – niedrige oder negative Korrelationen – reduzieren das Gesamtrisiko.
Welche Dimensionen der Diversifikation gibt es?
Diversifikation findet auf mehreren Ebenen statt:
- Anlageklassen: Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Immobilien, Liquidität – jede reagiert anders auf wirtschaftliche Veränderungen
- Geografisch: Streuung über verschiedene Märkte und Regionen reduziert länderspezifische Risiken
- Sektoral: Verschiedene Branchen haben unterschiedliche Wachstums- und Krisenzyklen
- Einzeltitelebene: Viele Positionen statt weniger Klumpen – kein einzelnes Unternehmen dominiert das Portfolio
- Zeitlich: Regelmäßige Investitionen statt Einmalanlage zum möglicherweise falschen Zeitpunkt (Cost-Average-Effekt)
Wie viel Diversifikation ist genug?
Studien zeigen, dass die meisten unsystematischen (unternehmens- oder branchenspezifischen) Risiken bereits mit 20 bis 30 sorgfältig ausgewählten Positionen erheblich reduziert werden können. Danach nimmt der Diversifikationseffekt bei weiterer Streuung stark ab. ETFs auf breite Indizes bieten mit einem einzigen Instrument eine Streuung über hunderte oder tausende Titel – zu minimalen Kosten.
Nicht vollständig wegzudiversifizieren ist das systematische Marktrisiko: Das Risiko, das alle Anlagen betrifft, wenn der Gesamtmarkt fällt. Dieses Risiko lässt sich nur durch die Wahl weniger riskanter Anlageklassen oder durch Absicherungsstrategien reduzieren.
Bei HPM ist Diversifikation kein Selbstzweck, sondern das Ergebnis einer durchdachten Portfoliostruktur. Wir streuen über Anlageklassen, Regionen und Instrumente – nicht um der Streuung willen, sondern weil wir für jeden Mandanten eine optimale Balance aus Rendite und Risiko anstreben. ETFs ermöglichen es uns, diese Diversifikation kosteneffizient umzusetzen.
