Volatilität
7. Juni 2026Diversifikation
7. Juni 2026Was ist ein Drawdown?
Der Drawdown bezeichnet den prozentualen Wertrückgang eines Portfolios oder Wertpapiers vom letzten erreichten Höchststand bis zum darauffolgenden Tiefpunkt. Er beschreibt nicht den Verlust gegenüber dem Einstiegskurs, sondern den Rückgang vom bisher höchsten Wert – und macht damit erfahrbar, wie viel ein Anleger in einer Verlustphase real verloren hat, bevor sich das Portfolio wieder erholte.
Der maximale Drawdown (Maximum Drawdown, MDD) ist die größte jemals aufgetretene Differenz zwischen einem Höchststand und dem darauffolgenden Tiefstkurs über den gesamten Betrachtungszeitraum. Er gilt als eines der aussagekräftigsten Risikoparameter im Portfoliomanagement.
Wie wird der Drawdown berechnet?
Die Berechnung ist einfach: Man nimmt den letzten Höchststand eines Portfolios und setzt ihn ins Verhältnis zum darauffolgenden Tiefstwert. Beispiel: Ein Portfolio erreicht einen Höchststand von 100.000 Euro. In einer anschließenden Korrektur fällt der Wert auf 75.000 Euro. Der Drawdown beträgt 25 Prozent. Erst wenn das Portfolio wieder über 100.000 Euro steigt, ist der Drawdown vollständig geschlossen.
Neben dem maximalen Drawdown unterscheidet man auch den durchschnittlichen Drawdown (Mittelwert mehrerer Verlustphasen) und die Drawdown-Dauer – die Zeit, die ein Portfolio benötigt, um sich nach einem Tief vollständig zu erholen.
Warum ist der Drawdown wichtiger als die Volatilität?
Volatilität misst durchschnittliche Schwankungen – der Drawdown zeigt den schlimmsten tatsächlichen Verlust. Für viele Anleger ist das die relevantere Zahl: Was hätte ich im schlimmsten Fall verloren? Wie lange hätte es gedauert, bis sich mein Portfolio erholt hatte?
Diese psychologische Dimension ist entscheidend: Viele Anleger können moderate Volatilität aushalten, reagieren aber auf einen Drawdown von 30 oder 40 Prozent mit Panikverkäufen – oft genau zum falschen Zeitpunkt, am Tiefpunkt. Ein gut kalibriertes Risikoprofil berücksichtigt deshalb auch den emotional ertragbaren Verlust.
Die Asymmetrie von Verlust und Erholung
Ein wichtiger und oft unterschätzter Aspekt: Ein Verlust lässt sich nicht durch den gleichen prozentualen Gewinn ausgleichen. Wer 25 Prozent verliert, braucht danach eine Rendite von 33 Prozent, um den Ausgangswert zu erreichen. Bei einem Verlust von 50 Prozent sind sogar 100 Prozent nötig. Das verdeutlicht, warum die Begrenzung des maximalen Drawdowns eine der zentralen Aufgaben im Risikomanagement ist.
Der maximale Drawdown ist bei HPM ein fester Bestandteil des Reportings. Wir zeigen unseren Mandanten nicht nur, was ihr Portfolio erzielt hat, sondern auch, welche Verlustphasen es durchlaufen hat und wie schnell es sich erholt hat. Wer seinen historischen Drawdown kennt, kann realistische Erwartungen entwickeln – und bleibt auch in turbulenten Phasen ruhig.
