G – Kapitalmarkt & Analyse

Wirtschaftlicher Abschwung und seine Auswirkungen

Was ist eine Rezession?

Eine Rezession ist ein signifikanter, weit verbreiteter und andauernder Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität. Die technische Definition – zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem BIP-Wachstum – ist in der Fachwelt als „technische Rezession“ bekannt und dient als einfache Faustregel. Das National Bureau of Economic Research (NBER) in den USA definiert Rezessionen umfassender: als merklichen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität, der mehrere Monate anhält und sich in BIP, Einkommen, Beschäftigung, Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätzen zeigt.

Welche Arten von Rezessionen gibt es?

  • Mild (V-förmig): Kurzer, steiler Abschwung mit schneller Erholung. COVID-19-Rezession 2020 war beispielsweise V-förmig.
  • Ausgeprägt (U-förmig): Längere Abschwungphase mit langsamer Erholung. Finanzkrise 2008/09.
  • Doppel-Dip (W-förmig): Kurze Erholung, dann erneuter Abschwung. Selten, aber möglich.
  • Strukturell (L-förmig): Tiefe, langanhaltende Stagnation ohne rasche Erholung. Japan nach 1990.

Wie verhalten sich Anlageklassen in Rezessionen?

Rezessionen testen Portfolios. Typische Reaktionen:

  • Aktien: Fallen in der Regel vor dem offiziellen Rezessionsbeginn – Märkte sind vorausschauend. Zyklische Branchen fallen stärker, defensive halten sich besser.
  • Hochzinsanleihen (High Yield): Fallen stark durch steigende Ausfallrisiken
  • Staatsanleihen: Steigen oft – Zentralbanken senken Zinsen, Kapital flüchtet in sichere Häfen
  • Gold: Profitiert oft als sicherer Hafen
  • Geldmarkt: Profitiert kurzfristig durch steigende Nachfrage nach Sicherheit

Warum erholen sich Märkte oft vor der Wirtschaft?

Aktienmärkte sind vorausschauend: Sie diskontieren zukünftige Gewinne, nicht vergangene. Wenn Anleger erwarten, dass die Wirtschaft in 6 bis 12 Monaten wieder wächst, beginnen Aktienkurse zu steigen – noch während die Wirtschaft offiziell schrumpft. Wer auf das Ende der Rezession wartet, bevor er kauft, verpasst typischerweise einen erheblichen Teil der Aufholbewegung.

HPM-Hinweis

Rezessionen sind für HPM keine überraschenden Ereignisse, sondern vorhersehbare Teile des wirtschaftlichen Zyklus. Wir bereiten Mandantenportfolios durch ausreichende Diversifikation und defensive Positionen darauf vor – ohne in Krisenpanik zu verfallen oder das Portfolio radikal umzuschichten. Langfristige Anleger, die in Rezessionen investiert bleiben, werden historisch für ihre Geduld belohnt.

7. Juni 2026

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