Rezession
7. Juni 2026ESG
7. Juni 2026Was ist das Währungsrisiko?
Das Währungsrisiko – auch Wechselkursrisiko oder FX-Risiko – entsteht, wenn Anlagen in einer anderen Währung als der Heimwährung des Anlegers gehalten werden. Schwankungen des Wechselkurses zwischen Anlage- und Heimwährung können die Rendite erhöhen oder mindern – vollständig unabhängig von der Wertentwicklung des Wertpapiers selbst. Ein europäischer Anleger, der US-Aktien hält, trägt sowohl das Aktienrisiko als auch das Währungsrisiko zwischen US-Dollar und Euro.
Wie groß ist der Währungseffekt in der Praxis?
Der Währungseffekt kann erheblich sein. Wenn ein US-Aktienportfolio 10 Prozent in Dollar zulegt, der Dollar aber gegenüber dem Euro um 8 Prozent abwertet, beträgt die Rendite für den Euro-Anleger nur etwa 2 Prozent. Umgekehrt kann eine Dollar-Aufwertung die Rendite deutlich verstärken. Über kurze Zeiträume kann der Währungseffekt die Aktienrendite überlagern; über sehr lange Zeiträume neigen Währungseffekte dazu, sich auszugleichen.
Wie kann man Währungsrisiken absichern?
Währungsabsicherung (Hedging) ist möglich – hat aber ihren Preis:
- Währungsgesicherte ETFs: Viele globale ETFs werden in „hedged“ Varianten angeboten – sie sichern das Währungsrisiko durch Devisentermingeschäfte ab. Die Absicherungskosten entsprechen grob dem Zinsdifferential zwischen den Währungen – bei Dollar/Euro aktuell mehrere Prozent pro Jahr.
- Devisentermingschäfte (Forwards): Individuelle Absicherung für größere Portfolios durch institutionelle Instrumente
- Keine Absicherung: Für sehr langfristige Anleger oft sinnvoller – Währungseffekte gleichen sich aus, Absicherungskosten summieren sich
Wann ist Währungsabsicherung sinnvoll?
Die Entscheidung hängt vom Zeithorizont, den Absicherungskosten und der Bedeutung von Währungsschwankungen für das individuelle Portfolio ab. Bei kurzem Zeithorizont oder großer Abhängigkeit von bestimmten Währungen kann Absicherung sinnvoll sein. Bei langfristiger Anlage mit globalem Aktienportfolio überwiegen oft die Kosten der Absicherung den Nutzen.
Bei HPM analysieren wir das Währungsexposure in Mandantenportfolios sorgfältig. Für Anleiheportfolios sichern wir Fremdwährungsrisiken häufig ab, da hier der Zinsertrag durch Währungsschwankungen vollständig aufgezehrt werden kann. Bei globalen Aktienportfolios wägen wir Absicherungskosten und -nutzen individuell ab.
