Inflation
7. Juni 2026Währungsrisiko
7. Juni 2026Was ist eine Rezession?
Eine Rezession ist ein signifikanter, weit verbreiteter und andauernder Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität. Die technische Definition – zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem BIP-Wachstum – ist in der Fachwelt als „technische Rezession“ bekannt und dient als einfache Faustregel. Das National Bureau of Economic Research (NBER) in den USA definiert Rezessionen umfassender: als merklichen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität, der mehrere Monate anhält und sich in BIP, Einkommen, Beschäftigung, Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätzen zeigt.
Welche Arten von Rezessionen gibt es?
- Mild (V-förmig): Kurzer, steiler Abschwung mit schneller Erholung. COVID-19-Rezession 2020 war beispielsweise V-förmig.
- Ausgeprägt (U-förmig): Längere Abschwungphase mit langsamer Erholung. Finanzkrise 2008/09.
- Doppel-Dip (W-förmig): Kurze Erholung, dann erneuter Abschwung. Selten, aber möglich.
- Strukturell (L-förmig): Tiefe, langanhaltende Stagnation ohne rasche Erholung. Japan nach 1990.
Wie verhalten sich Anlageklassen in Rezessionen?
Rezessionen testen Portfolios. Typische Reaktionen:
- Aktien: Fallen in der Regel vor dem offiziellen Rezessionsbeginn – Märkte sind vorausschauend. Zyklische Branchen fallen stärker, defensive halten sich besser.
- Hochzinsanleihen (High Yield): Fallen stark durch steigende Ausfallrisiken
- Staatsanleihen: Steigen oft – Zentralbanken senken Zinsen, Kapital flüchtet in sichere Häfen
- Gold: Profitiert oft als sicherer Hafen
- Geldmarkt: Profitiert kurzfristig durch steigende Nachfrage nach Sicherheit
Warum erholen sich Märkte oft vor der Wirtschaft?
Aktienmärkte sind vorausschauend: Sie diskontieren zukünftige Gewinne, nicht vergangene. Wenn Anleger erwarten, dass die Wirtschaft in 6 bis 12 Monaten wieder wächst, beginnen Aktienkurse zu steigen – noch während die Wirtschaft offiziell schrumpft. Wer auf das Ende der Rezession wartet, bevor er kauft, verpasst typischerweise einen erheblichen Teil der Aufholbewegung.
Rezessionen sind für HPM keine überraschenden Ereignisse, sondern vorhersehbare Teile des wirtschaftlichen Zyklus. Wir bereiten Mandantenportfolios durch ausreichende Diversifikation und defensive Positionen darauf vor – ohne in Krisenpanik zu verfallen oder das Portfolio radikal umzuschichten. Langfristige Anleger, die in Rezessionen investiert bleiben, werden historisch für ihre Geduld belohnt.
