Technische Analyse
7. Juni 2026Marktzyklen
7. Juni 2026Was ist Fundamentalanalyse?
Die Fundamentalanalyse bewertet den inneren Wert (Intrinsic Value) eines Wertpapiers auf Basis wirtschaftlicher Kennzahlen und qualitativer Faktoren. Sie versucht zu beantworten: Was ist dieses Unternehmen wirklich wert – unabhängig vom aktuellen Börsenkurs? Wenn der berechnete innere Wert über dem Marktpreis liegt, ist die Aktie unterbewertet und ein potenzieller Kauf; liegt er darunter, ist sie überbewertet. Die Fundamentalanalyse ist die Grundlage des Value Investing, popularisiert durch Benjamin Graham und Warren Buffett.
Welche Faktoren analysiert die Fundamentalanalyse?
Die Fundamentalanalyse betrachtet zwei Ebenen:
- Quantitative Faktoren:
- Umsatz und Umsatzwachstum
- Gewinn, EBITDA und Margen
- Cashflow und freier Cashflow
- Verschuldung und Kapitalstruktur
- Dividendenhistorie und Ausschüttungsquote
- Bewertungskennzahlen: KGV, KBV, EV/EBITDA
- Qualitative Faktoren:
- Qualität des Managements und der Unternehmensführung
- Wettbewerbsposition und Marktanteile
- Wachstumsperspektiven und Branchentrends
- Regulatorische Risiken
- ESG-Faktoren und Nachhaltigkeitsaspekte
Top-down vs. Bottom-up Analyse
Die Fundamentalanalyse kann von verschiedenen Ausgangspunkten erfolgen. Bottom-up: Man beginnt mit dem einzelnen Unternehmen und bewertet es unabhängig vom gesamtwirtschaftlichen Umfeld. Top-down: Man beginnt mit der Makroebene (globale Wirtschaft → Regionen → Branchen → Einzelunternehmen). Professionelle Portfoliomanager kombinieren oft beide Ansätze.
Discounted Cashflow – die Königsdisziplin
Das Discounted-Cashflow-Modell (DCF) ist die theoretisch fundierteste Methode der Fundamentalanalyse. Es berechnet den Gegenwartswert aller zukünftigen Cashflows eines Unternehmens, diskontiert mit dem risikogerechten Zinssatz. Der DCF-Wert ergibt den theoretischen fairen Wert des Unternehmens. Das Problem: Das Modell ist extrem sensitiv gegenüber Annahmen über zukünftige Wachstumsraten und Diskontierungssätze.
HPM nutzt Fundamentalanalyse primär bei der Auswahl von Einzeltiteln und bei der Bewertung von Marktregionen und Sektoren. Für die breite Marktexposure verwenden wir ETFs, die keine tiefe Einzeltitelanalyse erfordern. Für selektive Direktinvestments – in ausgewählten Mandaten – ist die Fundamentalanalyse das zentrale Entscheidungsinstrument.
