Leitzins
9. Juni 2026Geldmenge (M1 / M2 / M3)
9. Juni 2026Was ist die Zinskurve?
Die Zinskurve (Zinsstrukturkurve) stellt die Renditen von Anleihen gleicher Bonität, aber unterschiedlicher Laufzeit grafisch dar. Üblicherweise steigt sie von links (kurze Laufzeiten) nach rechts (lange Laufzeiten) an – man spricht von einer normalen Kurve –, da Anleger für längere Kapitalbindung eine Laufzeitprämie verlangen. Der bekannteste Spread ist jener zwischen 2-jährigen und 10-jährigen US-Staatsanleihen (2-10-Spread).
Die drei Formen der Zinskurve
- Normal (steil): Langläufer rentieren höher als Kurzläufer – Standardfall in Wachstumsphasen
- Flach: Kaum Unterschied zwischen kurzen und langen Laufzeiten – typisch für geldpolitische Übergangsphasen
- Invertiert: Kurzläufer rentieren höher als Langläufer – Marktteilnehmer erwarten fallende Leitzinsen als Reaktion auf wirtschaftliche Schwäche
Inversion als Rezessionssignal
Eine invertierte Zinskurve gilt als eines der zuverlässigsten Rezessionssignale: Jeder US-Rezession seit 1970 ging eine Inversion des 2-10-Spreads voraus. Die Inversion dauerte dabei typischerweise mehrere Monate, bevor die Rezession einsetzte. Das Signal ist damit ein wichtiger, aber kein unmittelbarer Warnindikator.
Die Steigung der Zinskurve – gemessen am Spread zwischen 10-jährigen und 2-jährigen Staatsanleihen – ist ein zentrales Element in der HPM-Kapitalmarktanalyse. Eine persistente Inversion erhöht die Gewichtung defensiver Anlageklassen und Sektoren im Portfolio und spricht für eine Verkürzung der Anleiheduration. HPM verfolgt den 2-10-Spread als festen Bestandteil des monatlichen Kapitalmarktmonitorings.
