Zinskurve (Zinsstrukturkurve)
9. Juni 2026Einzelhandelsumsätze
9. Juni 2026Was ist die Geldmenge?
Die Geldmenge beschreibt den gesamten Bestand an Geld in einer Volkswirtschaft. Da nicht alle Geldformen gleich liquide sind, unterscheiden Zentralbanken mehrere Aggregate mit zunehmendem Umfang und abnehmender Liquidität. Die Entwicklung der Geldmenge ist ein wichtiger Vorlaufindikator für Inflation und Kreditwachstum.
Welche Geldmengenaggregate gibt es?
- M1 (eng): Bargeld im Umlauf + täglich fällige Sichteinlagen – höchste Liquidität, engste Definition
- M2 (mittel): M1 + Einlagen mit vereinbarter Laufzeit bis 2 Jahre + Einlagen mit Kündigungsfrist bis 3 Monate
- M3 (weit): M2 + marktfähige Instrumente wie Geldmarktfondsanteile, Repo-Geschäfte und kurzlaufende Schuldverschreibungen – das von der EZB primär beobachtete Aggregat
Zusammenhang mit Inflation
Eine überdurchschnittliche Geldmengenwachstumsrate gilt traditionell als Vorläufer von Inflation (Quantitätstheorie des Geldes: M × V = P × Y). In der Praxis ist der kurzfristige Zusammenhang weniger eindeutig, da die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes (V) variiert. Sinkt M2 absolut – wie in den USA 2022/23 –, ist das historisch ein sehr seltenes Phänomen mit deflationärem Potenzial.
HPM beobachtet die Geldmengenentwicklung als Kontext für Inflations- und Zinsprognosen. Ein stark schrumpfendes M2 ist ein Signal für nachlassende Kreditdynamik und kann auf eine bevorstehende konjunkturelle Verlangsamung hindeuten. Die Geldmenge ist für HPM ein ergänzender Indikator im monetären Gesamtbild, das neben Leitzins und Zinskurve die dritte Säule der geldpolitischen Analyse bildet.
