Sahm-Regel
9. Juni 2026Zinskurve (Zinsstrukturkurve)
9. Juni 2026Was ist der Leitzins?
Der Leitzins ist der von einer Zentralbank festgelegte Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken kurzfristig Zentralbankgeld leihen können. Er ist das wichtigste geldpolitische Instrument zur Steuerung von Inflation, Konjunktur und Kreditvergabe. Durch Leitzinsänderungen beeinflusst die Zentralbank mittelbar die gesamte Zinslandschaft einer Volkswirtschaft.
Welche Leitzinssätze gibt es?
Die wichtigsten Leitzinssätze weltweit sind:
- EZB – Eurozone: Hauptrefinanzierungssatz, Einlagensatz und Spitzenrefinanzierungssatz; Entscheidungen alle sechs Wochen
- Fed – USA: Federal Funds Rate (Zielband); Entscheidungen acht Mal pro Jahr im FOMC
- Bank of England: Bank Rate; monatliche Entscheidungen des Monetary Policy Committee
Wie wirken Leitzinsänderungen?
Leitzinsänderungen entfalten ihre Wirkung über mehrere Transmissionskanäle: Sie beeinflussen Bankkreditkosten, Wechselkurse, Vermögenspreise und Inflationserwartungen. Die vollständige wirtschaftliche Wirkung entfaltet sich typischerweise mit einer Verzögerung von 12 bis 18 Monaten – weshalb Notenbanken vorausschauend agieren müssen.
Leitzinsänderungen und vor allem deren Signalwirkung (Forward Guidance) sind die wirkungsmächtigsten Einzelfaktoren für Anleihe- und Aktienmärkte. Die Differenz zwischen aktuellem Leitzins und der neutralen Rate ist entscheidend für die Portfoliopositionierung: Ein restriktives Zinsumfeld spricht für kürzere Durationen und qualitativ hochwertige Anleihen, ein expansives für längere Laufzeiten und Wachstumsaktien.
