Derivat
7. Juni 2026Immobilienfonds / REIT
7. Juni 2026Was sind Rohstoffe als Anlageklasse?
Rohstoffe – im Englischen Commodities – sind physische Güter, die als standardisierte, handelbare Anlageobjekte an Warenbörsen gehandelt werden. Man unterscheidet Energierohstoffe (Öl, Gas, Kohle), Edelmetalle (Gold, Silber, Platin), Industriemetalle (Kupfer, Aluminium, Nickel) und Agrarrohstoffe (Weizen, Mais, Kaffee). Als Anlageklasse bieten Rohstoffe spezifische Eigenschaften, die sie von Aktien und Anleihen unterscheiden und für die Portfoliostrukturierung interessant machen.
Wie investiert man in Rohstoffe?
Für Privatanleger gibt es mehrere Zugangswege:
- Physisch (nur bei Edelmetallen praktikabel): Kauf von Goldbarren, Münzen etc. – hohe Lager- und Versicherungskosten, dafür kein Kontrahentenrisiko
- ETCs (Exchange Traded Commodities): Zertifikate oder besicherte Schuldverschreibungen auf Rohstoffindizes – kostengünstig, liquide, aber teilweise mit Emittentenrisiko
- Rohstoff-Futures: Terminkontrakte an Warenbörsen – nur für institutionelle oder sehr erfahrene Anleger geeignet
- Rohstoffaktien: Aktien von Bergbau- oder Energieunternehmen – Rohstoffexposure mit zusätzlichem Unternehmensrisiko
Welche Rolle spielen Rohstoffe im Portfolio?
Die wichtigsten Argumente für Rohstoffe im Portfolio sind Diversifikation und Inflationsschutz. Rohstoffe haben historisch eine niedrige oder sogar negative Korrelation zu Aktien und Anleihen gezeigt – besonders in inflationären Phasen. Gold gilt traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten und als Schutz gegen Währungsentwertung.
Allerdings werfen Rohstoffe keine laufenden Erträge ab (keine Dividenden, keine Zinsen) und haben erhebliche Lagerkosten. Langfristig haben Rohstoff-Direktinvestments deutlich schlechter abgeschnitten als Aktien. Sie sind deshalb sinnvoller als Beimischung zur Diversifikation als als eigenständige Kerninvestition.
HPM nutzt Rohstoffe – vor allem Gold – als selektive Beimischung in ausgewählten Portfolios, wenn das Risikoprofil des Mandanten und die Marktlage es rechtfertigen. Gold dient dabei weniger als Renditebringer als vielmehr als Versicherung gegen Extremszenarien und als Stabilisator in turbulenten Marktphasen. Eine systematische Rohstoffquote ist nicht Bestandteil jeder Strategie.
