Arbeitslosenquote
9. Juni 2026Leitzins
9. Juni 2026Was ist die Sahm-Regel?
Die Sahm-Regel ist ein von der US-Ökonomin Claudia Sahm entwickelter Rezessionsindikator. Sie gilt als ausgelöst, wenn der gleitende 3-Monats-Durchschnitt der US-Arbeitslosenquote um 0,5 Prozentpunkte oder mehr über dem Minimum der vorangegangenen 12 Monate liegt. Die Regel liefert damit ein klares, binäres Signal – ausgelöst oder nicht ausgelöst.
Historische Treffsicherheit
Historisch hat die Sahm-Regel jede US-Rezession seit 1970 erkannt – ohne eine einzige Fehlanzeige (False Positive). Im Vergleich zur klassischen Rezessionsdefinition (zwei negative BIP-Quartale) ist das Signal zeitnaher, da es auf monatlich verfügbaren Daten beruht. Die Auslösung erfolgt typischerweise bereits in einem sehr frühen Stadium einer Rezession, nicht erst nach mehreren Quartalen negativen Wachstums.
Grenzen des Indikators
Claudia Sahm wies selbst darauf hin, dass der Schwellenwert in der Nachpandemie-Phase durch strukturelle Verzerrungen im Arbeitsmarkt beeinträchtigt sein kann – etwa durch einen starken Anstieg des Arbeitsangebots aufgrund von Zuwanderung, der die Arbeitslosenquote erhöht, ohne eine rezessive Nachfrageschwäche zu reflektieren. Der Indikator ist daher stets im gesamtwirtschaftlichen Kontext zu interpretieren.
Die Sahm-Regel ist ein valides, regelbasiertes Rezessionsfrühwarnsystem, das HPM als einen von mehreren Bausteinen im makroökonomischen Risikofilter verwendet. Eine Auslösung allein rechtfertigt keine sofortige Portfolioumschichtung, erhöht aber die Aufmerksamkeit für defensive Sektoren und eine vorsichtigere Risikopositionierung. Das Signal wurde zuletzt im Sommer 2024 ausgelöst.
