Unabhängiger Vermögensverwalter
7. Juni 2026Diskretionäre Verwaltung
7. Juni 2026Was ist ein Honorarberater?
Ein Honorarberater ist ein Finanzdienstleister, der seine Vergütung ausschließlich durch ein direkt vom Kunden bezahltes Honorar erhält. Er nimmt keine Provisionen, Kickbacks oder sonstige Zuwendungen von Produktanbietern an – weder beim Abschluss noch während der laufenden Betreuung. Damit unterscheidet er sich grundlegend vom klassischen Bankberater oder Versicherungsvermittler, dessen Vergütung typischerweise über Produktprovisionen finanziert wird.
In der Praxis umfasst der Begriff zwei unterschiedliche Tätigkeiten: die Honorar-Anlageberatung, bei der der Kunde die letzte Entscheidung selbst trifft, und die unabhängige Vermögensverwaltung auf Honorarbasis, bei der der Verwalter eigenständig handeln darf. HPM ist im zweiten Sinne tätig – als honorarvergüteter Vermögensverwalter mit voller Handelsvollmacht.
Wie ist Honorarberatung reguliert?
Seit MiFID II im Januar 2018 ist die Honorar-Anlageberatung in Deutschland gesetzlich klar definiert. Wer sich als unabhängiger Berater oder Honorar-Anlageberater bezeichnen möchte, muss folgende Anforderungen erfüllen:
- Keine Annahme und Beibehaltung von Zuwendungen Dritter (Provisionen, Kickbacks)
- Beurteilung einer ausreichend breiten Palette von Finanzinstrumenten am Markt
- Ausdrückliche Offenlegung der Unabhängigkeit gegenüber dem Kunden
- Vollständige Kostentransparenz durch ex-ante und ex-post Kostenausweis
Honorar-Anlageberater benötigen eine Zulassung nach dem Wertpapierinstitutsgesetz (WpIG) oder sind als Honorar-Finanzanlagenberater nach § 34h GewO registriert – letztere dürfen jedoch nur eingeschränkte Produktkategorien beraten und unterliegen weniger strengen Aufsichtsanforderungen.
Warum ist das Honorarprinzip für Anleger vorteilhaft?
Das Kernproblem provisionsbasierter Beratung ist der strukturelle Interessenkonflikt: Ein Berater, der für den Verkauf bestimmter Produkte besser vergütet wird, hat einen wirtschaftlichen Anreiz, diese Produkte zu empfehlen – auch wenn günstigere oder besser geeignete Alternativen existieren. Studien zeigen, dass provisionsgetriebene Beratung systematisch zu höheren Kosten und schlechteren Ergebnissen für Anleger führt.
Beim Honorarprinzip entfällt dieser Anreiz vollständig. Der Berater oder Verwalter ist wirtschaftlich nur einer einzigen Partei verpflichtet: dem Kunden. Seine Empfehlungen orientieren sich ausschließlich an der Eignung für den Mandanten – nicht an der Höhe der Provision. Ein weiterer Vorteil: Die Kosten sind vollständig transparent und direkt verhandelbar, ohne versteckte Produktmargen oder eingebettete Vertriebsvergütungen.
Honorarberater und klassischer Bankberater im Vergleich
Der wesentliche Unterschied liegt nicht in der fachlichen Kompetenz, sondern in der Vergütungsstruktur und der daraus resultierenden Interessenlage. Ein Bankberater kann hochqualifiziert und integer sein – er arbeitet dennoch in einem System, das Produktverkäufe belohnt. Ein Honorarberater hat diesen Anreiz strukturell ausgeschlossen. Hinzu kommt die freie Produktauswahl: Während ein Bankberater typischerweise hauseigene Produkte bevorzugt, kann ein Honorarberater aus dem gesamten Marktangebot wählen.
HPM arbeitet seit ihrer Gründung 1987 ausschließlich auf Honorarbasis. Wir erhalten keine Provisionen von Fondsgesellschaften oder anderen Produktanbietern. Unser einziges Interesse ist die bestmögliche Anlageentscheidung für unsere Mandanten – dafür stehen wir mit unserem Namen. Das ist der hanseatische Kern unserer Arbeit: Vertrauen durch Unabhängigkeit.
