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7. Juni 2026Impact Investing
7. Juni 2026Was ist Greenwashing?
Greenwashing bezeichnet die irreführende Darstellung von Produkten, Dienstleistungen oder Unternehmenstätigkeiten als umweltfreundlich oder nachhaltig, ohne dass dies der Realität entspricht. Im Finanzbereich tritt Greenwashing auf, wenn Fonds, ETFs oder Anlagestrategien mit Nachhaltigkeitsversprechen vermarktet werden, die durch die tatsächliche Portfoliozusammensetzung oder Investitionspolitik nicht gedeckt sind. Das kann von marginalen ESG-Filtern bei im Wesentlichen unveränderten Portfolios bis hin zu bewusst irreführenden Bezeichnungen reichen.
Wie erkennt man Greenwashing bei Finanzprodukten?
Einige Warnsignale:
- Vage oder nicht messbare Nachhaltigkeitsversprechen ohne konkrete Kriterien
- Fehlende oder unklare Offenlegung der Ausschluss- und Selektionskriterien
- Große Abweichung zwischen dem Marketing-Narrativ und den tatsächlichen Fondspositionen
- Hohe CO₂-Intensität des Portfolios trotz „grünem“ Label
- Fehlende oder unklare Berichterstattung über Nachhaltigkeitswirkung
- Reklassifikation von Artikel 9 auf Artikel 8 ohne klare Erklärung
Was tun Regulatoren gegen Greenwashing?
Die europäischen Regulatoren haben Greenwashing im Finanzbereich zur Priorität erklärt. Die ESMA (Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde) hat Leitlinien für Fondsnamen mit Nachhaltigkeitsbezug eingeführt: Fonds, die Begriffe wie „ESG“, „grün“, „klimaneutral“ oder „nachhaltig“ im Namen führen, müssen konkrete quantitative Anforderungen an die Portfoliozusammensetzung erfüllen. Die BaFin prüft zunehmend, ob Nachhaltigkeitsaussagen in Fondsprospekten und Marketingmaterialien belastbar sind.
Wie schützt man sich als Anleger?
Der wirksamste Schutz gegen Greenwashing ist informiertes Lesen: Nicht das Label, sondern die konkreten Ausschluss-, Selektions- und Reportingkriterien im Fondsprospekt und im KIID sind entscheidend. Unabhängige ESG-Ratings und -Analysen (z.B. von Morningstar Sustainalytics) bieten zusätzliche Orientierung.
HPM prüft bei der ESG-Fondsselektion sorgfältig, ob Nachhaltigkeitsversprechen durch die tatsächliche Portfoliostrategie gedeckt sind. Wir schauen hinter das Label – auf Methodik, Ausschlusskriterien, Datenanbieter und Reporting. Greenwashing schadet nicht nur Anlegern, sondern untergräbt das Vertrauen in nachhaltige Investments insgesamt.
