Vermögensverwaltungsvertrag
7. Juni 2026Verwaltungsvollmacht
7. Juni 2026Was sind Anlagerichtlinien?
Anlagerichtlinien – auch Investment Policy Statement (IPS) genannt – sind das schriftlich vereinbarte Regelwerk, das den gesamten Handlungsrahmen für die Verwaltung eines Portfolios definiert. Sie legen fest, was der Vermögensverwalter darf, was er nicht darf, welche Ziele er verfolgen soll und welche Risiken er eingehen darf. Die Einhaltung der Anlagerichtlinien ist eine der zentralen rechtlichen Pflichten des Vermögensverwalters – jede Abweichung stellt einen Pflichtverstoß dar.
Anlagerichtlinien sind nicht standardisiert, sondern individuell auf den Mandanten zugeschnitten. Sie entstehen im Dialog zwischen Verwalter und Mandant und werden Teil des Vermögensverwaltungsvertrages. Bei Veränderungen der persönlichen Situation können sie jederzeit angepasst werden.
Was regeln Anlagerichtlinien im Einzelnen?
Typische Bestandteile von Anlagerichtlinien umfassen:
- Anlageklassen: In welche Vermögenswerte darf investiert werden – Aktien, Anleihen, ETFs, Rohstoffe, Immobilienfonds?
- Mindest- und Höchstquoten: Welchen Anteil darf eine Anlageklasse maximal ausmachen, welchen mindestens?
- Risikoklasse: Welcher Risikoklasse entspricht die Strategie – und welche Volatilität ist damit maximal akzeptiert?
- Geografische und sektorale Beschränkungen: Gibt es Regionen oder Branchen, in die nicht investiert werden soll?
- Ausschlüsse: Werden bestimmte Produkte oder Unternehmen aus ethischen, religiösen oder anderen Gründen ausgeschlossen?
- Liquiditätsanforderungen: Welcher Anteil muss jederzeit liquide verfügbar bleiben?
- Währungen: Welche Fremdwährungsanteile sind zulässig?
Warum sind Anlagerichtlinien so wichtig?
Anlagerichtlinien schützen den Mandanten – und den Verwalter. Für den Mandanten schaffen sie Klarheit und Verlässlichkeit: Er weiß, wie sein Vermögen investiert wird, und kann überprüfen, ob der Verwalter sich daran hält. Für den Verwalter bilden sie den rechtlichen Rahmen, innerhalb dessen er handeln darf, und schützen ihn vor unbegründeten Haftungsansprüchen bei marktbedingten Verlusten.
Gut formulierte Anlagerichtlinien verhindern auch sogenanntes „Style Drift“ – die schleichende Verschiebung der Anlagestrategie weg von den ursprünglich vereinbarten Parametern. Sie sind damit ein wesentliches Element der Qualitätssicherung im Portfoliomanagement.
Bei HPM entstehen Anlagerichtlinien im echten Dialog mit dem Mandanten. Wir fragen nicht nur nach Risikobereitschaft und Zeithorizont – wir diskutieren auch Werte, Lebensplanung und besondere Bedürfnisse. Das Ergebnis ist ein Dokument, das wirklich zum Menschen passt – nicht eine Standardvorlage mit angekreuzten Risikoklassen.
