Veräußerungsgewinn
7. Juni 2026Erbschaft- und Schenkungsteuer
7. Juni 2026Was ist die Verlustverrechnung?
Die Verlustverrechnung bezeichnet die steuerliche Möglichkeit, realisierte Verluste aus Kapitalanlagen mit realisierten Gewinnen zu verrechnen, um die Steuerlast zu reduzieren. Wenn ein Anleger in einem Jahr Gewinne und Verluste realisiert, zahlt er Abgeltungsteuer nur auf den Saldo – den Nettogewinn. Übersteigen die Verluste die Gewinne, entsteht ein Verlustvortrag, der in zukünftigen Jahren mit Gewinnen verrechnet werden kann.
Was sind die wichtigsten Regeln der Verlustverrechnung?
- Allgemeiner Verlustverrechnungstopf: Verluste aus Zinsen, Dividenden und Fondsanteilen können mit Gewinnen aus demselben Topf verrechnet werden
- Aktienverlusttopf: Verluste aus Aktienverkäufen dürfen nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden – nicht mit Zinsen oder anderen Kapitalerträgen. Diese Sonderregelung gilt seit 2020 und ist für Anleger mit gemischten Portfolios wichtig zu kennen
- Depotübergreifende Verrechnung: Verluste bei einer Bank können nicht automatisch mit Gewinnen bei einer anderen Bank verrechnet werden – das muss über die Steuererklärung (Anlage KAP) beantragt werden
- Verlustvortrag: Nicht verrechnete Verluste werden von der Depotbank ins nächste Jahr vorgetragen – ohne zeitliche Begrenzung
Was ist Tax-Loss Harvesting?
Tax-Loss Harvesting bezeichnet die gezielte Realisierung von Buchverlusten zum Ende eines Steuerjahres, um Verlustverrechnungspotenzial zu schaffen. Dabei werden Positionen mit unrealisierten Verlusten verkauft und – um die Marktexposure beizubehalten – durch ähnliche, aber nicht identische Instrumente ersetzt. In Deutschland ist diese Strategie zulässig, erfordert aber Sorgfalt bei der Auswahl der Ersatzinstrumente, um nicht als Gestaltungsmissbrauch zu gelten.
HPM berücksichtigt die steuerliche Verlustverrechnungssituation bei Portfolioentscheidungen. Bei Umschichtungen prüfen wir, ob vorhandene Verlustverrechnungstöpfe genutzt werden können, um die Steuerlast zu optimieren. Steuerliche Optimierung ist aber stets nachrangig zur Investment-Qualität: Wir verkaufen kein gutes Investment wegen steuerlicher Überlegungen – aber wir nutzen bestehende Spielräume intelligent.
