ESG
7. Juni 2026Artikel 8 / Artikel 9 Fonds
7. Juni 2026Was ist nachhaltige Geldanlage?
Nachhaltige Geldanlage – international oft als Socially Responsible Investing (SRI), Responsible Investment (RI) oder Impact Finance bezeichnet – umfasst alle Anlagestrategien, die neben finanziellen Renditezielen auch ökologische, soziale und Governance-Aspekte berücksichtigen. Das Spektrum reicht von einfachen Ausschlüssen (keine Rüstungsunternehmen, keine Tabakkonzerne) über die Integration von ESG-Faktoren in die Anlageentscheidung bis hin zu gezielten Investitionen mit messbarer positiver gesellschaftlicher Wirkung.
Welche Strategien gibt es?
- Ausschlüsse (Exclusions): Bestimmte Branchen, Unternehmen oder Verhaltensweisen werden aus dem investierbaren Universum ausgeschlossen – z.B. Waffen, Tabak, Kohlekraft, Glücksspiel. Der einfachste, aber gröbste Ansatz.
- Best-in-Class: Es wird nicht eine gesamte Branche ausgeschlossen, sondern innerhalb jeder Branche nur in die ESG-besten Unternehmen investiert. Diversifizierter als Ausschlüsse, erfordert aber gute ESG-Daten.
- ESG-Integration: ESG-Faktoren fließen systematisch in die Fundamentalanalyse ein – als zusätzliche Risikovariable. Kein Ausschluss, aber Bevorzugung von Unternehmen mit guten ESG-Profilen.
- Thematisches Investieren: Fokus auf spezifische Nachhaltigkeitsthemen – Erneuerbare Energien, Wasserversorgung, Gesundheit, Bildung.
- Impact Investing: Gezielte Investitionen mit dem Ziel messbarer positiver gesellschaftlicher oder ökologischer Wirkung – neben finanzieller Rendite.
- Engagement / Shareholder Advocacy: Aktives Einwirken auf Unternehmen durch Stimmrechtsausübung und Dialog, um bessere ESG-Praktiken zu fördern.
Ist nachhaltiges Investieren renditeschädigend?
Diese Frage ist empirisch intensiv untersucht worden – mit überwiegend ermutigenden Ergebnissen. Metastudien zeigen, dass ESG-Integration die Rendite langfristig nicht systematisch verschlechtert und in vielen Fällen sogar verbessert – durch besseres Risikomanagement und den Ausschluss von Unternehmen mit regulatorischen oder Reputationsrisiken. Kurzfristig kann nachhaltiges Investieren durch Branchenausschlüsse von bestimmten Marktphasen profitieren oder abweichen.
HPM bietet nachhaltige Portfoliostrategien auf Wunsch des Mandanten an. Wir nutzen ESG-gefilterte ETFs und analysieren deren Methodik sorgfältig. Unser Ansatz: Nachhaltigkeit als zusätzliche Qualitätsdimension – nicht als Kompromiss bei der Renditeerwartung. Die konkrete Ausgestaltung richtet sich nach den individuellen Werten und Zielen des Mandanten.
