Bruttoinlandsprodukt (BIP)
9. Juni 2026Erzeugerpreisindex (PPI)
9. Juni 2026Was ist Inflation?
Inflation bezeichnet den anhaltenden Anstieg des allgemeinen Preisniveaus einer Volkswirtschaft. Gemessen wird sie über den Verbraucherpreisindex (CPI), der die Preisveränderung eines repräsentativen Warenkorbs an Gütern und Dienstleistungen gegenüber einem Vorjahreszeitraum erfasst. In der Eurozone ist der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) maßgeblich, da er europaweite Vergleiche ermöglicht und als Zielgröße der EZB-Geldpolitik dient.
Gesamtinflation und Kerninflation
Unterschieden werden zwei wesentliche Messgrößen:
- Gesamtinflation: Erfasst alle Komponenten des Warenkorbs inklusive Energie und Lebensmittel – sie reagiert stark auf externe Preisschocks
- Kerninflation: Klammert Energie und Lebensmittel aus und bildet den zugrunde liegenden, strukturellen Preisdruck ab – von Notenbanken bevorzugte Steuerungsgröße
Bedeutung für die Geldpolitik
Die EZB verfolgt ein symmetrisches Inflationsziel von 2 % im Euroraum. Liegt die Inflation dauerhaft darüber, reagiert die Notenbank mit Leitzinserhöhungen; liegt sie darunter, mit Zinssenkungen oder unkonventionellen Maßnahmen. Die Inflationsrate ist damit der entscheidende Parameter für die Geldpolitik und beeinflusst mittelbar alle Anlageklassen.
Inflation ist der wirkungsmächtigste Parameter für die Bewertung aller Anlageklassen. Unerwartet hohe Inflationszahlen belasten Anleihen und hoch bewertete Wachstumsaktien, während Sachwerte, Rohstoffe und inflationsgeschützte Anleihen (TIPS, Linker) profitieren können. HPM berücksichtigt die Kerninflation als wesentlichen Baustein der strategischen Asset Allocation und der Durationssteuerung im Anleihebereich.
