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7. Juni 2026ETF
7. Juni 2026Was ist eine Anleihe?
Eine Anleihe – auch Rente, Bond oder festverzinsliches Wertpapier genannt – ist ein Schuldpapier, mit dem ein Emittent (Staat, Unternehmen oder supranationale Institution) Kapital am Kapitalmarkt aufnimmt. Der Käufer der Anleihe wird zum Gläubiger: Er leiht dem Emittenten Geld und erhält dafür in der Regel regelmäßige Zinszahlungen (den sogenannten Kupon) sowie am Ende der Laufzeit die Rückzahlung des Nennwerts. Anleihen sind nach Aktien die weltweit wichtigste Anlageklasse.
Welche Arten von Anleihen gibt es?
- Staatsanleihen: Emittiert von Nationalstaaten; gelten bei bonitätsstarken Ländern (Deutschland, USA) als sehr sicher, bieten dafür niedrige Renditen
- Unternehmensanleihen (Corporate Bonds): Emittiert von Unternehmen; höheres Risiko als Staatsanleihen, dafür höhere Renditen
- Pfandbriefe: Besonders sichere deutsche Anleiheform, besichert durch Immobilien oder Kredite der öffentlichen Hand
- Hochzinsanleihen (High Yield): Anleihen von Unternehmen mit niedrigerer Bonität; höheres Ausfallrisiko, deutlich höhere Renditen
- Inflationsgebundene Anleihen: Verzinsung und Rückzahlung sind an die Inflationsrate gekoppelt
Wie verhalten sich Anleihepreise bei Zinsänderungen?
Der Zusammenhang zwischen Anleihepreisen und Zinsniveau ist einer der wichtigsten in der Kapitalmarkttheorie: Steigen die Marktzinsen, fallen die Kurse bestehender Anleihen – und umgekehrt. Der Grund: Eine Anleihe mit festem Kupon wird weniger attraktiv, wenn neue Anleihen mit höherem Kupon emittiert werden. Anleger verkaufen die alte Anleihe, bis deren Preis so weit gefallen ist, dass ihre Rendite mit der neuen vergleichbar ist.
Diese inverse Beziehung macht Anleihen zu einem wichtigen Diversifikationsinstrument: In wirtschaftlich unsicheren Phasen, wenn Zentralbanken die Zinsen senken, steigen Anleihepreise oft – während Aktien fallen. Dieser negative Korrelationseffekt ist der klassische Grund für die Kombination beider Anlageklassen im Portfolio.
Was ist die Duration?
Die Duration ist ein Maß für die Zinssensitivität einer Anleihe: Sie gibt an, um wie viel Prozent der Kurs einer Anleihe steigt oder fällt, wenn die Marktzinsen um einen Prozentpunkt fallen oder steigen. Eine Anleihe mit einer Duration von 5 verliert bei einem Zinsanstieg von 1 Prozentpunkt etwa 5 Prozent an Wert. Längere Laufzeiten bedeuten höhere Duration und damit höheres Zinsrisiko.
Anleihen sind in ausgewogenen und konservativen HPM-Portfolios ein wichtiger Stabilitätsanker. Wir wählen Anleihen nach Bonität, Laufzeit und Zinsumfeld aus – und nutzen ETFs für die kostengünstige und breit diversifizierte Umsetzung. In Hochzinsphasen wie 2022–2024 haben Anleihen wieder attraktive Renditen geboten, die wir für unsere Mandanten genutzt haben.
