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7. Juni 2026Option
7. Juni 2026Was ist ein Zertifikat?
Zertifikate sind von Banken emittierte Schuldverschreibungen, deren Wertentwicklung an einen Basiswert gekoppelt ist – etwa eine Aktie, einen Index, einen Rohstoff oder eine Währung. Im Gegensatz zu Investmentfonds oder ETFs sind Zertifikate keine Sondervermögen: Sie sind rechtlich Verbindlichkeiten der emittierenden Bank. Das bedeutet: Bei Insolvenz der Emittentenbank kann der Anleger sein gesamtes investiertes Kapital verlieren – unabhängig davon, wie sich der Basiswert entwickelt hat.
Welche Arten von Zertifikaten gibt es?
- Indexzertifikate: Bilden die Wertentwicklung eines Index 1:1 nach – ähnlich einem ETF, aber ohne Sondervermögensschutz
- Kapitalschutz-Zertifikate: Garantieren einen Teil des eingesetzten Kapitals zurück, begrenzen aber die Gewinnchancen
- Bonus-Zertifikate: Zahlen einen Bonus, solange der Basiswert eine Schwelle nicht unterschreitet
- Discount-Zertifikate: Kauf des Basiswerts mit Abschlag, dafür begrenzter Gewinn
- Hebel-Zertifikate (Knock-out): Spekulationsinstrumente mit Hebelwirkung – können total wertlos verfallen
Warum sind Zertifikate umstritten?
Zertifikate stehen in der Kritik aus mehreren Gründen: Das Emittentenrisiko ist für viele Anleger schwer verständlich und wird oft unterschätzt. Die Kostenstruktur ist häufig intransparent – Margen der Bank sind im Produkt eingebettet. Und die Komplexität vieler Produkttypen überfordert die Risikoeinschätzungsfähigkeit der meisten Privatanleger.
Die Finanzkrise 2008 hat das Emittentenrisiko schlagartig real werden lassen: Anleger in Lehman-Brothers-Zertifikaten verloren bei der Insolvenz der Bank ihr gesamtes investiertes Kapital – trotz positiver Entwicklung der zugrundeliegenden Basiswerte.
Wann können Zertifikate sinnvoll sein?
Für sehr spezifische taktische Situationen können bestimmte Zertifikatstypen sinnvoll sein – etwa zur Absicherung oder für sehr spezifische Markterwartungen. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind transparentere, kostengünstigere und rechtlich besser geschützte Instrumente wie ETFs und Investmentfonds jedoch in den meisten Fällen die bessere Wahl.
HPM setzt Zertifikate punktuell und mit besonderer Sorgfalt ein. Im Vordergrund steht dabei stets das Emittentenrisiko: Wir wählen ausschließlich bonitätsstarke Emittenten und beschränken uns auf einfach strukturierte, transparente Produkte – insbesondere Discount-Zertifikate, die ein klar kalkulierbares Risiko-Rendite-Profil aufweisen. Komplexe oder gehebelte Zertifikatsstrukturen kommen für uns nicht in Frage. Für den Großteil der Portfolioverwaltung bevorzugen wir Instrumente mit Sondervermögensschutz – Fonds und ETFs.
