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7. Juni 2026Best Execution
7. Juni 2026Was sind Wohlverhaltensregeln?
Die Wohlverhaltensregeln – im englischen Fachbegriff „Conduct of Business Rules“ – sind ein Set gesetzlicher Verhaltenspflichten, die Finanzdienstleister gegenüber ihren Kunden einhalten müssen. Sie sind in MiFID II und dem Wertpapierinstitutsgesetz (WpIG) verankert und definieren den Mindeststandard für einen fairen, transparenten und kundenzentrierten Umgang im Finanzbereich. Die Wohlverhaltensregeln gehen über reine Formalpflichten hinaus – sie verlangen eine grundlegende Haltung: Im Mittelpunkt steht der Kunde, nicht das Eigeninteresse des Dienstleisters.
Was umfassen die Wohlverhaltensregeln konkret?
Die Wohlverhaltensregeln gliedern sich in mehrere Kernpflichten:
- Ehrlichkeit, Redlichkeit und Professionalität: Finanzdienstleister müssen stets im besten Interesse ihrer Kunden handeln und dürfen sie nicht in die Irre führen
- Transparenz: Alle relevanten Informationen – über Produkte, Risiken, Kosten und Interessenkonflikte – müssen vollständig und verständlich kommuniziert werden
- Interessenkonfliktmanagement: Interessenkonflikte müssen erkannt, verwaltet und offengelegt werden; bei unvermeidbaren Konflikten muss der Kundennutzen Vorrang haben
- Geeignetheit und Angemessenheit: Empfohlene Strategien und Produkte müssen zum konkreten Kunden passen
- Beste Ausführung: Aufträge müssen unter den für den Kunden günstigsten Bedingungen ausgeführt werden
- Kundenkommunikation: Informationen müssen klar, nicht irreführend und für den Kunden verständlich sein
Wie werden Wohlverhaltensregeln überwacht?
Die BaFin überwacht die Einhaltung der Wohlverhaltensregeln im Rahmen ihrer laufenden Aufsicht. Sie kann Unternehmen prüfen, Auskunft verlangen und bei Verstößen Maßnahmen ergreifen – bis hin zum Entzug der Zulassung. Kunden, die sich durch Verstöße gegen Wohlverhaltensregeln geschädigt fühlen, können sich an die BaFin wenden oder zivilrechtliche Ansprüche geltend machen.
Wohlverhaltensregeln und unabhängige Vermögensverwaltung
Für unabhängige, provisionsfreie Vermögensverwalter sind die Wohlverhaltensregeln keine neue Anforderung – sie entsprechen dem, was ein ehrlicher, am Mandanteninteresse ausgerichteter Verwalter ohnehin tut. Die gesetzliche Kodifizierung dieser Regeln ist dennoch wichtig: Sie schafft verbindliche Mindeststandards für alle Marktteilnehmer und macht Verstöße sanktionierbar.
Die Wohlverhaltensregeln beschreiben, was bei HPM gelebte Praxis ist. Ehrlich, transparent, im Kundeninteresse – das sind keine Compliance-Anforderungen, die wir erfüllen müssen, sondern Grundsätze, nach denen wir arbeiten wollen. Der hanseatische Kaufmann handelt so, weil er weiß, dass langfristiger Erfolg nur auf Basis von Vertrauen entsteht – nicht weil es das Gesetz verlangt.
