Industrieproduktion
9. Juni 2026Handelsbilanz / Leistungsbilanz
9. Juni 2026Was ist die Kapazitätsauslastung?
Die Kapazitätsauslastung gibt an, zu welchem Anteil die installierten Produktionskapazitäten einer Volkswirtschaft genutzt werden. Sie wird als Prozentsatz der maximalen Produktionskapazität gemessen und sowohl für das verarbeitende Gewerbe insgesamt als auch für einzelne Branchen berichtet. Ein langfristiger Durchschnittswert von rund 80 % gilt in den meisten Industrieländern als gesundes Normalniveau.
Wie wird sie erhoben?
In Deutschland erhebt das ifo Institut die Kapazitätsauslastung quartalsweise im Rahmen seiner Konjunkturumfragen. In den USA veröffentlicht die Federal Reserve monatlich eine kombinierte Übersicht für Industrie, Bergbau und Energieversorgung. Die Daten sind ein direktes Maß dafür, wie nahe eine Volkswirtschaft an ihrer Produktionsgrenze operiert.
Kapazitätsauslastung und Investitionszyklen
Eine hohe Kapazitätsauslastung signalisiert Investitionsbedarf für den Kapazitätsausbau – günstig für Investitionsgüterhersteller. Gleichzeitig steigt bei Vollauslastung der Preisdruck (Angebotsengpässe), was die Inflation treiben kann. Niedrige Auslastung hingegen spricht gegen Neuinvestitionen und belastet kapitalintensive Branchen.
Hohe Kapazitätsauslastung ist für HPM ein Frühindikator für Investitionsgüternachfrage und potenzielle Angebotsengpässe mit Preisdruck – relevant für die Einschätzung von Industrieaktien und Inflationserwartungen. Niedrige Auslastung spricht gegen Neuinvestitionen und belastet kapitalintensive Branchen. HPM nutzt den Indikator ergänzend zur Industrieproduktion und zum PMI.
