Transaktionskosten
7. Juni 2026TER
7. Juni 2026Was ist der Ausgabeaufschlag?
Der Ausgabeaufschlag (auch: Agio oder Kaufgebühr) ist eine einmalige Gebühr, die beim Kauf von Investmentfondsanteilen erhoben wird. Sie wird auf den Nettoinventarwert des Fonds aufgeschlagen – daher der Name – und beträgt bei klassischen aktiv gemanagten Fonds typischerweise 3 bis 5 Prozent des Anlagebetrags. Kauft ein Anleger Fondsanteile im Wert von 10.000 Euro mit einem Ausgabeaufschlag von 5 Prozent, zahlt er effektiv 10.500 Euro – die 500 Euro gehen als Vertriebsprovision an den Vermittler oder die Bank.
Wer profitiert vom Ausgabeaufschlag?
Der Ausgabeaufschlag dient primär als Vergütung für den Vertrieb: Die Bank, der Berater oder der Vermittler, der den Fonds an den Kunden verkauft, erhält den Ausgabeaufschlag ganz oder teilweise als Provision. Die Fondsgesellschaft selbst profitiert in der Regel kaum – der Aufschlag ist ein Vertriebsinstrument, kein Ertrag des Fonds.
Dieses System schafft Interessenkonflikte: Berater haben einen finanziellen Anreiz, Fonds mit hohen Ausgabeaufschlägen zu empfehlen – unabhängig davon, ob diese Fonds für den Kunden geeignet sind.
Gibt es Wege, den Ausgabeaufschlag zu vermeiden?
Ja – mehrere. ETFs haben grundsätzlich keinen Ausgabeaufschlag; sie werden wie Aktien an der Börse gehandelt. Für aktive Fonds ermöglichen Fondsdiscountbroker und Direktbanken häufig den Kauf ohne oder mit stark reduziertem Ausgabeaufschlag. Institutionelle Anleger und professionelle Vermögensverwalter kaufen Fonds grundsätzlich über institutionelle Tranchen (Clean Share Classes) ohne Ausgabeaufschlag – zu günstigeren Konditionen als im Retail-Markt verfügbar.
Was bedeutet das für die Rendite?
Ein Ausgabeaufschlag von 5 Prozent bedeutet: Der Fonds muss zuerst 5 Prozent Rendite erwirtschaften, bevor der Anleger im Plus liegt. Bei einem Fonds mit einer erwarteten Jahresrendite von 6 Prozent dauert es fast ein ganzes Jahr, bis der Ausgabeaufschlag „verdient“ ist – ohne jeden Mehrwert für den Anleger.
HPM kauft für seine Mandanten keine Fonds mit Ausgabeaufschlag. Wir nutzen ausschließlich institutionelle Anteilsklassen (Clean Share Classes) ohne Ausgabeaufschlag und ohne Bestandsprovisionen. Der gesamte Wertpapiereinkauf erfolgt zu den günstigsten verfügbaren Konditionen – zum Vorteil unserer Mandanten.
