Private Equity

Beteiligungsgesellschaften haben im April und Mai mit dem Verkauf von Unternehmensanteilen so viel Geld eingenommen wie noch nie. Laut einer Studie des Researchhauses Preqin beläuft sich das Volumen der in diesen beiden Monaten abgeschlossenen Transaktionen auf 85 Mrd. Dollar. Damit stehe schon jetzt fest, dass das laufende zweite Quartal den Firmen Rekordeinnahmen bescheren werde, teilte der Londoner Branchendienst mit.
Auch von der Übernahme von Skype durch Microsoft profitieren Finanzinvestoren.
Die Wiederbelebung des Geschäfts ist nach Einschätzung von Experten ein weiteres Zeichen dafür, dass der Aufschwung Fuß gefasst hat. Es gebe wieder mehr Käufer auf dem Markt, sagte Tim Syder von der britischen Beteiligungsgesellschaft Electra Partners der Financial Times: “Es gibt eine Menge Firmen, die ihre Bilanzen in Ordnung gebracht haben und bereit sind, zu investieren.”
Gleichzeitig scheinen viele Private-Equity-Firmen begierig, nach der Flaute während der Krisenjahre durch den Verkauf von Beteiligungen den Erfolg ihres Geschäftsmodells unter Beweis zu stellen. Dank den Verkaufseinnahmen können sie höhere Renditen an ihre Investoren ausschütten. “Die Anleger erhalten ihr Kapital zurück, und oft investieren sie es dann in neue Fonds”, schrieb Preqin-Manager Manuel Carvalho.
Für die Beteiligungsgesellschaften ist es wichtiger denn je, ihre Investoren bei Laune zu halten. Denn die Anwerbung neuer Mittel sei durch die Finanzkrise deutlich schwieriger geworden, sagte ein Insider der Financial Times. Vor der Krise sei der Andrang so groß gewesen, “dass ich mich wie ein Rausschmeißer in einem Nachtclub fühlte. Jetzt fühle ich mich eher wie der Inhaber eines griechischen Restaurants.”
Laut Preqin verkauften Private-Equity-Firmen im April und Mai weltweit 201 Unternehmensbeteiligungen. Von den zehn größten Transaktionen entfiel die Hälfte auf Unternehmensbeteiligungen, die kurz vor Ausbruch der Finanzkrise in den Jahren 2005 bis 2007 von Private-Equity-Firmen aufgekauft worden waren.
Der bislang teuerste Deal in diesem Quartal war die Übernahme des Schweizer Arzneimittelherstellers Nycomed durch Takeda Pharmaceutical. Die Japaner zahlten einer Gruppe von Finanzinvestoren unter Führung von Nordic Capital 9,6 Mrd. Euro für Nycomed.
Auch von der angekündigten Übernahme des Internet-Telefondiensts Microsoft profitieren Beteiligungsgesellschaften: Die Mehrheit an Skype gehört einer Investorengruppe unter Beteiligung von Silver Lake, einem kanadischen Pensionsfonds und Andreessen Horowitz. Weitere 30 Prozent liegen beim Online-Auktionshaus Ebay.
Quelle : FTD 25.05.2011
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