Infrastrukturfonds

Rendite trotz Tiefstzins: Großanleger entdecken Infrastruktur
23.03.2011
Die Commerz Real und das Research Center for Financial Services der Steinbeis-Hochschule Berlin haben eine Erhebung zur Analyse der Verwendung von Immobilien- und Infrastrukturinvestments bei institutionellen Investoren durchgeführt. Ziel der Studie war eine Analyse des deutschen Marktes für Infrastruktur- und Immobilieninvestments, einschließlich der aktuellen und zukünftigen Allokation im Portfolio. Für die Studie wurden Interviews mit 128 Entscheidern aus Banken, Versicherungen, Finanzunternehmen, Versorgungswerken, Pensionskassen, kirchlichen Einrichtungen sowie Stiftungen ausgewertet.
Starkes Wachstum im Nischenmarkt Infrastruktur erwartet
Eine zentrale Erkenntnis der Umfrage ist die zukünftig stärkere Gewichtung von Infrastrukturinvestments in den Portfolios der institutionellen Investoren. Demnach wird sich der aktuell in den Portfolios der Befragten noch sehr niedrige Anteil von 0,7 Prozent auf Sicht von drei Jahren voraussichtlich mehr als verdoppeln (1,6 Prozent).
Als Trends im Bereich Infrastrukturinvestments werden aktuell vor allem Public Private Partnerships (23,6 Prozent), Anlagen in Gas-, Wasser- und Stromnetze (20,0 Prozent) sowie erneuerbare Energien (18,2 Prozent) angesehen. Da Infrastrukturinvestments als langfristige Anlagen wahrgenommen werden, liegt die gewünschte Laufzeit bei rund 13 Jahren. Die Befragten erwarten Ausschüttungen zwischen fünf Prozent bei regulierten und neun Prozent bei nicht regulierten Investitionen.
Diversifikation als wichtigstes Kriterium
Die wichtigsten Faktoren, die für Investitionen in Infrastruktur sprechen, sind den Studienteilnehmern zufolge der Diversifikationsbeitrag für das Gesamtportfolio (95,2 Prozent) und ein stabiler Cashflow (91,7 Prozent). Des Weiteren von Bedeutung sind die Wertstabilität der Anlage (90,5 Prozent) sowie die langfristig planbaren Zahlungsströme und Erträge (84,5 Prozent). Aktuell wird in dem Nischensegment am häufigsten in alternative Energien (42,3 Prozent), Häfen (13,5 Prozent) und Flughäfen (11,5 Prozent) investiert; regional meist in Großbritannien (27,9 Prozent), Westeuropa (außer Deutschl./Großbrit.; 18,6 Prozent) und in Deutschland (14,0 Prozent).
Begrenzte Investitionsmöglichkeiten
Allgemein wird das Angebot an Investitionsmöglichkeiten von den Befragten als eher gering eingestuft. Noch am breitesten sei das Angebot in den Bereichen Strom, Energieerzeugung und Gas. Jeweils rund 50 Prozent der Befragten sehen für die Zukunft das größte Potenzial in den Bereichen Strom, Gas und Wasser. Weniger Potenzial wird den Bereichen Tunnel, Funknetze und Brücken zugesprochen. Allerdings gibt es auch beim Know-how der Marktteilnehmer noch hohen Nachholbedarf. Lediglich 15 Prozent der Befragten beurteilen ihr eigenes Know-how in diesem Segment als sehr gut oder gut, 22 Prozent beurteilen es sogar als mangelhaft oder gar ungenügend.
„Die Studie zeigt den hohen Nachholbedarf des Marktes im Bereich Infrastruktur deutlich auf. Erst wenn ein ausreichend großes Anlageangebot vorhanden ist, wird sich die Anlageklasse auch nachhaltig etablieren können“, kommentiert Erich Seeger, im Vorstand der Commerz Real AG für die Konzeption und den Vertrieb von Anlageprodukten verantwortlich.
Core-Immobilien und Green Buildings dominieren
Das Thema Core-Immobilien bleibt für 24,2 Prozent der Befragten der entscheidende Trend bei der Immobilienanlage. Auf Platz zwei folgen Wohnimmobilien mit 13,6 Prozent. Ebenfalls von Bedeutung für die Entwicklung des Marktes sind mit jeweils 10,6 Prozent der Nennungen die Themen Green Buildings und Immobilien mit stabilem Cashflow, was den Trend zu Core-Immobilien nochmals unterstreicht. Über 60 Prozent der Befragten sehen die Bedeutung von Green Buildings in ihren Portfolien weiter steigen. Zumeist (57,7 Prozent) werde es sich um „grüne“ Bürogebäude handeln.
Die Portfoliostruktur der Investoren im Immobilienbereich wird sowohl aktuell als auch zukünftig von Gewerbeimmobilien geprägt sein (ca. 80 Prozent). Wohn- und Sozialimmobilien werden nur leicht an Bedeutung gewinnen. Dies liege vor allem auch an einem negativ bewerteten Angebot an Investitionsmöglichkeiten in diesem Bereich. Das höchste Potenzial auf Sicht von drei Jahren wird Gewerbe- und Wohnimmobilien beigemessen (64 bzw. 54 Prozent). In diesem Zeitraum werde es außerdem zu einer weiteren Internationalisierung der Immobilienbeteiligungen kommen. Im Fokus steht dabei Westeuropa, aber trotzdem weiterhin auch Deutschland.
Auf der Angebotsseite sehen die Investoren bei Gewerbeimmobilien sowohl das höchste Potenzial als auch das breiteste Angebot am Markt. Das Angebot für Wohnimmobilien wird allerdings noch für ausbaufähig gehalten, wobei mehr als 50 Prozent der Teilnehmer das Potenzial der Klasse als hoch beurteilen. (ir)
Quelle: FONDS professionell
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